|
| Der Facebook-Effekt: Hinter den Kulissen des Internet-Giganten
|
| |
Die autorisierte Facebook-Firmengeschichte
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Der Facebook-Effekt: Hinter den Kulissen des Internet-Giganten (Gebundene Ausgabe) Facebook bewegt Millionen und das im Alltag, kein Wunder dass man sich 2010 sogar an eine Verfilmung der von Freundschaft, Drama und Verrat nur so spührenden Gründungsgeschichte gewidmet. Bei den 2011 darauf folgenden Oscar Verleihungen wurde "The Social Network" sogar mit drei Academy Awards (für Filmmusik, Drehbuch und Schnitt) prämiert. Dabei basiert der Film vor allem auf dem Buch Ben Mezrichs (Autor von Bringing Down the House, das als 21 verfilmt wurde) der in der Branche kein Unbekannter mehr ist. Während Mezrich sein Buch aber an den "verhinderten" Facebook-Gründern Eduardo Saverin und den Winklevoss-Brüdern ausgerichtet hat, bei Zuckerberg nicht einmal vorgelassen wurde und daher entsprechend polemische Spitzen gegen diesen und alle anderen Beteiligten führt von denen etwa Saverin das Gefühl hatte ausgebootet worden zu sein, wurde David Kirkpatrick Zugang zu Zuckerberg und dessen innerstem Kreis gewährt. Entsprechend ist die Perspektive aus der die Facebook-Story vermittelt eine in wichtigen Passagen ganz andere.
Kirkpatricks FACEBOOK EFFEKT ist die autorisierte und daher auch an Details reichste Aufarbeitung von Facebooks Gründungsgeschichte, die seither von vielen anderen Autoren als Quelle genutzt wurde, auch wenn diese gerne Kirkpatricks Vereinnahmung durch Zuckerbergs Standpunkt und die damit fehlende Objektivität bemängeln. Ein Buch an dem man aber nur schwer vorbeikommt, vor allem weil es eine außerdem sehr früh entstandene und durch den exklusiven Zugang zu manchen Protagonisten nicht wegzudenkende Quelle ist. Allerdings ist Kirkpatricks Buch von seiner Kontaktauswahl auch breiter als etwa Mezrichs Ansatz. Während letzterer sein Werk und damit auch den Film auf die Perspektive der Winklevoss-Zwillinger und Saverins zugeschnitten hat ist Kirkpatrick gar nicht so auf Zuckerberg fixiert. Durch die offizielle Sanktion seiner Recherchen illustriert Kirkpatrick die Geschichte auch durch sonst gerne an die Seitenlinie verbannte Personen wie Chris Hughes, Dustin Moskovitz, Peter Thiel oder COO Sheryl Sandberg, aber er kann auch auf Don Graham und natürlich Sean Parker zurückgreifen.
Um Kirkpatricks Standpunkt ein wenig plakativ zu umreißen, er gehört eindeutig zur Garde der Facebook-Bewunderer, bei denen sich der Respekt vor der unternehmerischen Leistung mit einer ideologischen Komponente (Facebook als Medium, Plattform und Wundermittel für mehr Demokratie, Ausdrucksfreiheit und Werbemittel) verbindet, also jener Kohorte die den Facebook-Hype ursprünglich losgetreten hat. Entsprechend eröffnet Kirkpatrick das Buch auch mit der Geschichte des Kolumbianers Oscar Morales, der mit der Oganisation einer Anti-FARC-Bewegung in einer Facebookgruppe sehr früh bereits die Bedeutung Facebooks als Plattform und Kommunikationsmittel für politische Initiativen fundierte.
Geht es in Mezrichs "The Social Network" eher um ein Drama zwischen Menschen, den beiden Freunden Eduardo Saverin und Mark Zuckerberg und Kommilitonen die meinten Zuckerberg hätte ihnen ihre Idee gestohlen, Kirkpatrick richtet sich mehr nach der mehr auf das Unternehmen zugeschnittenen Firmengeschichte aus. Für ihn zählt die "Facebook-Story", der Aufstieg eines frischen Start-ups das den zeitweiligen Markführer Myspace vom Parkett fegte und heute Milliarden wert sein könnte. Man meint fast den Enthusiasmus Mark Zuckerberg und seiner engsten Mitarbeiter selbst in Kirkpatricks Worten zu erkennen wenn er begeistert den Aufstieg eines unscheinbaren Projekts von College-Kids nachzeichnet, das im World Wide Web der Weltmacht Google heute in fast nichts mehr nachsteht. Doch so objektiv an der einen Stelle, so polemisch an der anderen. Als Reaktion auf Mezrichs populäre Zuckerberg-Kritik zu verstehen ist wenn Intimus Kirkpatrick die Winklevoss-Zwilling als "Super-WASPs" deklariert und auch den in einer kritischen Phase mehr auf Studienabschluss als Facebook konzentrierten Eduardo Saverin mit Spitzen eindeckt.
Kirkpatricks Facebook-Enthusiasmus nimmt seinen Anfang bereits 2006 als der Technologie-Redakteur der Fortune von Facebooks junger PR-Abteilung ein Interview mit dem damals erst 22jährigen Mark Zuckerberg angeboten bekam. Ein Interview bei dem Kirkpatrick sofort erkannte ein visionäres Genie vor sich zu haben und diesen Eindruck versucht der Autor dann auch durchgehend durch die Eindrücke Zuckerbergs Weggefährten zu untermauern. Aber Kirkpatrick zeigt auch dass Zuckerbergs Erfolg nicht von ungefähr kommt, er kann und konnte seit jeher auf die exzellenten Netzwerke seiner Ivy League-Sozialiserung zurückgreifen. Als Absolvent der exklusiven Philip Exeter Academy und schließlich Harvard-Student schien er von Anfang prädestiniert eine erfolgreiche Karriere einzuschlagen und Kirkpatrick zeigt gerne bei wem und wo dieser Background dem jungen Zuckerberg Türen geöffnet haben. Mehr noch stellt aber Kirkpatrick das Genie Zuckerberg in den Mittelpunkt, dem man einfach helfen muss seine weltbewegenden Visionen in die Tat umzusetzen.
So subjektiv einem Kirkpatricks Ausführungen auf der einen Seite auch erscheinen mögen, auf der anderen kann er wieder ganz der objektive Technologie-Journalist sein (wenn auch immer noch mit seiner klaren Mission) und bemüht sich etwa Facebook auch als Teil einer ganzen Welle von social networks und damit Teil eines größeren ganzen, einer weiteren Evolutionsphase des Web zu sein.
- Resümee - Man kann David Kirkpatricks FACEBOOK EFFEKT vieles vorhalten, der mangelnde Abstand zum glorifizierten Mark Zuckerberg, die revanchistischen Spitzen gegen dessen verbitterte Feinde oder auch das absolute Fehlen von allerlei datenschutzbezogenen Bedenken. Doch das kann einem den Spaß an dieser durchgehend spannend geschriebenen und detailreichen Firmengeschichte nicht vermiesen. Kirkpatrick hat seine Hausaufgaben gemacht, er holte sich eine offizielle Sanktion für seine Recherchen, erlangte damit Zugang zum derzeitigen und ehemaligen Führungszirkel des Unternehmens und wo das noch nicht ganz reichte setzte er auf seinen Ruf als anerkannten US-Technologie-Journalisten. Was dabei herausgekommen ist scheint wie eine Gegendarstellung zu Ben Mezrichs Filmvorlage ACCIDENTAL BILLIONAIRES. Kirkpatrick geht viel mehr in Tiefe und fördert dabei allerlei interessante oder auch nur amüsante Details zutage, die man so noch nicht kannte. Vor allem rettet er Sean Parker die Ehre als Frontmann der Facebook durch seine Investoren-Kontakte den Durchbruch und die Namensverkürzung um das "The" ermöglicht hat. Das einzige was dem Buch noch fehlt wären illustrative Fotos.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 26. August 2011 | | |
| | | | |
| | | Zur Übersicht ... |
 |  |  |  |  |  | | |
| |
Angebote zu , , ab 1 Euro!
|
| Siehe auch folgende Artikel: |
|
|  | | Die facebook-Falle: Wie das soziale Netzwerk un... Phänomen Facebook: Wie eine Webseite unser... Wa(h)re Freunde: Wie sich unsere Beziehungen i... Faceboom: Wie das soziale Netzwerk Facebook unse... Gemeinsam Einsam - Wie Facebook, Google & Co. u... Die Gründung von Facebook: The social network
|
| | Mehr zu Betriebswirtschaftslehre, Fachbücher, Politik & Geschichte
|
| | Home ..., , Begleitseite ... |
|
|
| | Herausgeber dieser Seite ist DomainLoc.com GmbH - Partner von |
Copyright © DomainLoc.com GmbH (Impressum) |
| |